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FAMIAN-Studie

Nebennieren-Tumoren (Geschwülste der Nebenniere) kommen bei bis zu 5% der Bevölkerung vor. Häufig werden sie zufällig durch eine – aus anderen Gründen durchgeführte - Computer- oder Kernspintomographie oder eine Ultraschall-Untersuchung festgestellt. Es gibt vielfältige Ursachen für Nebennierentumoren: hierzu zählen gutartige oder bösartige Tumoren, die direkt von der Nebenniere ausgehen, Metastasen (Tumorabsiedlungen) von Tumoren anderer Organe, Zysten oder Einblutungen. In den meisten Fällen handelt es sich bei den Tumoren um gutartige von der Nebennierenrinde ausgehende Tumoren (Nebennierenadenome), die nicht unbedingt operiert werden müssen. Die Kenntnis der Ursache des Nebennierentumors ist für die weitere Behandlung (z.B. operative Entfernung, Medikamente oder Abwarten) ausschlaggebend. Viele Informationen über die Art der Geschwulst kann man durch etablierte Unter­suchungs­­methoden wie z.B. die Computertomographie (CT) gewinnen. In vielen Fällen ist es jedoch schwierig, Neben­nieren­gewebe von anderem Gewebe zu unterscheiden. Dann muss u. U. eine Gewebeprobe des Tumors entnommen oder aber der Tumor operativ entfernt werden. Um einen derartigen Eingriff zu vermeiden, wären nicht-invasive Methoden hilfreich, die ohne eine Gewebeprobe oder Opera­tion Auskunft über die Art des Tumors geben können. In den letzten Jahren wurde für die Nebennierenbildgebung der Radiotracer 123I-Iod­meto­­midat entwickelt. Radiotracer sind radioaktiv markierte Medikamente, die in sehr geringer Dosierung verabreicht werden und sich spezifisch im Zielgewebe, wie z.B. der Nebenniere anreichern. Durch eine Kamera kann die Anreicherung im Körper sichtbar gemacht werden.

 

FAMIAN-Studie

Das Ziel der FAMIAN-Studie ist es, unklare Nebennierentumoren durch eine nicht-invasive und damit patientenfreundlichere diagnostische Methode genauer zu charakterisieren.

Im Rahmen der Studie wird überprüft, ob die Kombination der zwei Untersuchungen 18F-Fluor­deoxy­glukose-Positronenemissions-Tomographie (FDG-PET) und 123I-Iod­meto­­midat-Szinti­graphie bei der Abklärung von Nebennierenraumforderungen nützlich sind und ob hierdurch eine Aussage über die Herkunft und die Dignität (Gut- oder Bösartigkeit) eines Nebennierentumors getroffen werden kann. Bei der FDG-PET handelt es sich um ein etabliertes diagnostisches Verfahren. Bei der 123Iodmetomidat-Szintigraphie wird ein neu entwickeltes Arzneimittel verwendet, zu dem jedoch bereits in Voruntersuchungen umfangreiche Erfahrungen gesammelt werden konnten.

 

Neben Würzburg nehmen deutschlandweit weitere Zentren in Berlin, Düsseldorf, Essen, Leipzig, Mainz und München an der Studie teil.

 

Nähere Informationen:
Prof. Dr. S. Hahner
Tel. 0931-201-39200 /-39201
hahner_s@ukw.de